Mietwohnung streichen: Farben und Techniken, die die Kaution retten
Beim Auszug aus einer Mietwohnung entscheidet oft der Zustand der Wände darüber, ob die Kaution vollständig zurückgezahlt wird. Viele Mieter greifen zur erstbesten Dispersionsfarbe und wundern sich später über Flecken, Blasen oder abblätternde Stellen. Dabei lässt sich das Risiko deutlich senken, wenn man vor dem ersten Pinselstrich ein paar Grundregeln beachtet. Entscheidend sind die Wahl der Farbe, die Vorbereitung des Untergrunds und die richtige Technik – nicht der Preis pro Liter.
Zuerst der Blick in den Mietvertrag: Viele Vereinbarungen schreiben vor, dass in neutralen Tönen gestrichen werden muss. Weiß oder ein helles Grau sind fast immer sicher, kräftige Akzentfarben nur nach Absprache. Wer unsicher ist, sollte vorab schriftlich klären, ob ein bestimmter Farbton akzeptiert wird. Das gilt besonders für deckende Dunkeltöne, die sich nur schwer überstreichen lassen. Übrigens: Wer während der Mietzeit Bilder aufhängt, ohne die Wand zu beschädigen, kann sich den Ärger über Bohrlöcher von vornherein sparen – praktische Hinweise zum Poster befestigen ohne Löcher helfen dabei, die Wand intakt zu halten.
Vor dem Streichen zählt die Vorbereitung mehr als alles andere. Staub, Fett und alte Tapetenreste müssen runter, sonst hält die neue Farbe nicht. Kleine Risse lassen sich mit Spachtelmasse schließen, danach wird die Fläche angeschliffen und grundiert. Beim Auftragen selbst sind zwei dünne Schichten besser als eine dicke – so vermeidet man Nasen und ungleichmäßige Deckung. Eine Rolle mit kurzem Flor eignet sich für glatte Wände, für strukturierte Untergründe nimmt man besser eine dickere Walze. Abklebeband an Kanten und Steckdosen spart später das mühsame Nachbessern.
Am Ende zählt das Gesamtbild. Sind die Wände sauber gestrichen, der Boden abgedeckt und die Kanten scharf, gibt es bei der Abnahme selten Diskussionen. Wer unsicher ist, sollte vor dem Auszug ein Foto der gestrichenen Räume machen und die Farbdosen aufbewahren. Das schafft Nachweise, falls der Vermieter einzelne Stellen beanstandet. Mit etwas Sorgfalt und der richtigen Technik bleibt die Kaution in der Regel unangetastet – und der Stress beim Auszug deutlich geringer.