Wandregal montieren ohne in ein Kabel zu bohren
Ein Wandregal aufzuhängen wirkt zunächst wie eine der einfachsten Aufgaben im Haushalt. Man misst die gewünschte Höhe aus, zeichnet die Bohrlöcher an und greift zur Schlagbohrmaschine. Genau an diesem Punkt beginnt jedoch das eigentliche Risiko, das viele unterschätzen. In modernen Wänden verlaufen Stromleitungen, Wasserrohre und teilweise auch Heizungsrohre oft kreuz und quer, und zwar keineswegs immer nach einem erkennbaren Muster. Wer blind bohrt, riskiert nicht nur einen Stromschlag, sondern auch einen teuren Wasserschaden, dessen Beseitigung schnell mehrere tausend Euro kosten kann.
Bevor der Bohrer angesetzt wird, gehört deshalb eine gründliche Vorprüfung zum Pflichtprogramm. Ein Leitungssuchgerät, auch Leitungsfinder genannt, leistet dabei wertvolle Dienste. Das Gerät wird langsam und gleichmäßig über die Wandfläche geführt, auf der später die Halterungen sitzen sollen. Moderne Modelle unterscheiden zwischen stromführenden Leitungen und Metall, manche erkennen zusätzlich Feuchtigkeitsspuren, die auf Wasserrohre hindeuten. Wer sich zusätzlich über typische Verlegewege und die richtigen Sicherheitsabstände informieren möchte, findet unter Bohren neben Leitungen eine hilfreiche Übersicht, die genau erklärt, wo Strom und Wasser in der Wand typischerweise verlaufen. Je nach Gerät sollte man die Messung mehrfach wiederholen, denn dicke Putzschichten oder Metallprofile im Trockenbau können das Signal abschwächen.
Die Ergebnisse der Suche werden anschließend mit Kreide oder Klebeband direkt auf der Wand markiert. So lässt sich vor dem Bohren noch einmal prüfen, ob die geplanten Dübel tatsächlich außerhalb der markierten Bereiche liegen. Reicht der Abstand nicht aus, verschiebt man das Regal lieber einige Zentimeter nach oben, unten oder zur Seite. Auch ein Blick auf die Rückseite der Wand kann helfen, etwa wenn dort eine Steckdose, ein Schalter oder ein Wasseranschluss sichtbar ist. Diese Punkte verraten oft mehr über den Leitungsverlauf als jede noch so genaue Messung.
Erst wenn alle Markierungen kontrolliert und die Messungen eindeutig sind, wird gebohrt. Dabei gilt: mit Gefühl und niedriger Drehzahl arbeiten, besonders in der Nähe von markierten Bereichen. Trifft der Bohrer auf unerwarteten Widerstand oder zeigt das Suchgerät beim erneuten Prüfen ein Signal, sollte man sofort stoppen und die Position überdenken. Ein Wandregal lässt sich fast immer ein paar Zentimeter verschieben, ein beschädigtes Stromkabel oder ein leckendes Rohr dagegen nicht ohne Aufwand reparieren. Die kurze Vorprüfung mit dem Leitungssuchgerät kostet nur wenige Minuten und schützt vor den teuersten Fehlern, die beim Heimwerken möglich sind.