Makramee an der Wand aufhängen ohne Bohren
Ein Wandbehang aus Makramee bringt Wärme und Struktur in den Raum, doch viele zögern, weil sie keine Löcher in die Wand bohren wollen – besonders in Mietwohnungen. Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Methoden, die weder Dübel noch Schrauben erfordern und trotzdem stabil genug sind für ein leichtes bis mittelschweres Textil. Entscheidend ist das Gewicht des Behangs. Ein kleines Stück bis etwa 500 Gramm lässt sich problemlos mit Klebehaken befestigen, während größere Exemplare mit Querholz eine andere Lösung brauchen. Zuerst sollte man also das Gewicht schätzen und dann die passende Technik wählen.
Für leichte Makramee-Wandbehänge eignen sich spezielle Klebehaken mit Zuglasche, die sich rückstandsfrei entfernen lassen. Sie halten auf glatten Oberflächen wie Fliesen, Glas, Metall oder lackiertem Holz zuverlässig. Auf Raufaser oder strukturierter Tapete haften sie dagegen schlecht. Eine Alternative sind Magnethaken, sofern die Wand eine metallische Unterlage hat, etwa an Heizungsrohren oder Stahlträgern. Für schwerere Stücke mit einem Stab oder einer Kordel bieten sich Deckenhaken oder vorhandene Bilderleisten an. Wer handwerkliches Geschick besitzt, kann auch eine dünne Schnur um einen Deckenbalken wickeln und daran den Behang abhängen. Wichtig ist, dass die Aufhängung nicht seitlich verrutscht und das Gewicht gleichmäßig verteilt bleibt. Bei Unsicherheit lohnt ein Blick in eine Anleitung, die Makramee und Wandbehang mit Stab, Kordel und Haken genau erklärt – dort finden sich praktische Tipps für verschiedene Wandtypen.
Eine oft unterschätzte Methode ist die Befestigung mit Klettband oder doppelseitigem, starkem Klebeband direkt auf der Rückseite des Behangs. Das funktioniert jedoch nur, wenn der Behang flach anliegt und nicht schwingt. Für empfindliche Tapeten oder frisch gestrichene Wände ist diese Variante riskant, weil beim Ablösen Farbe mitkommen kann. Besser ist es, einen dünnen Holzstab in den oberen Tunnel des Behangs zu schieben und diesen mit zwei Klebehaken an den Enden zu fixieren. So verteilt sich das Gewicht und die Wand wird nur punktuell belastet. Wer ganz ohne Kleber arbeiten möchte, kann den Behang an einer vorhandenen Gardinenstange oder einem Regalbrett einhängen – vorausgesetzt, die Optik passt zum Raum.
Nach dem Aufhängen sollte man prüfen, ob der Behang gerade hängt und die Aufhängung stabil sitzt. Bei Klebehaken empfiehlt es sich, vor dem Anbringen die Wand mit Alkohol zu reinigen und die Klebefläche einige Stunden ruhen zu lassen, bevor der Behang angebracht wird. So hält die Verbindung deutlich besser. Falls sich der Haken dennoch löst, hinterlässt er meist keine Spuren – das ist der große Vorteil gegenüber Bohrlöchern. Bei sehr schweren Makramee-Stücken mit ausladenden Fransen sollte man allerdings nicht auf eine richtige Dübelbefestigung verzichten, denn Sicherheit geht vor. Wer diese Tipps beachtet, kann seinen Wandbehang bedenkenlos aufhängen und sich an der Handarbeit erfreuen, ohne die Wand zu beschädigen.